erste Erfahrungen

+++ Achtung! ironischer Auftakt: +++

So die ersten dreieinhalb Tage sind rum, Zeit für ein Fazit (wenn sich tatsächlich noch Änderungen ergeben sollten, so würde mich das wirklich sehr überraschen), denn NY kann man durchaus in drei Tagen hinreichend kennenlernen.

+++ Achtung! Ende der Ironie +++

Ich habe den Eindruck, dass ich keinen wirklich kohärenten Text produzieren kann, der meine Eindrücke auch nur annähernd zusammenfasst. Ich denke der folgende eher eklektische Aufguss meiner Erfahrungen, trifft meinen derzeitigen state of mind auch sehr viel besser als ein elaborierter und bestenfalls auch noch witziger Text. Also: im Folgenden eher Gestammeltes und wenig wirklich Lustiges (dafür war ja der Opener total lustig).

1) Fläche:

a) Gestern bin ich von meiner derzeitigen Bleibe zu meinem zukünftigen Zuhause mit der U-Bahn gefahren und war gute 1 1/2 Stunden unterwegs (liebe Berliner: von Friedrichshain nach Dahlem sind es auch gut 1 1/2 Stunden, ich weiß, allerdings habe ich nur etwa 1/4 der Gesamtfläche New Yorks durchquert).

b) Vorgestern war ich mit der netten Freundin, die mir derzeit Unterkunft gewährt, und ihren Kollegen in einem Restaurant; laut google.maps lag das Restaurant in der Nähe der U-Bahn-Station 5th Av. / 53rd St.; ich musste dann allerdings doch geschlagene 40 Minuten latschen um von der Station zum Restaurant zu kommen. Schlussfolgerung: 1. google.maps ist für NY nur bedingt brauchbar, 2. 20 Blocks sind sehr viel weiter als es klingt.

2) Höhe: Diese ganzen tollen Häuser, die man in allerlei Serien mit Kameraschwenks und Hubschrauberanflügen und so sieht sind zwar total abgefahren von der Ferne, wenn man allerdings recht nah dran ist, dann werfen sie nur sehr sehr viel Schatten und sind unglaublich schwer zu fotografieren. Hier ein Beispiel:

3) Spocht: Das Baseball-Team der New York Yankees kennen wohl ziemlich viele Leute (deren Logo prangt auf den Mützen zahlreicher HipHop-Clowns und Party-Rapper); das kommt nicht von ungefähr, sind sie doch sowas wie der FC Bayern des Baseball (nur mit Tradition …). Die New York Mets, das andere Major-League-Team New Yorks, kennen wohl eher weniger Leute. Auch das kommt nicht von ungefähr, sind sie doch ziemlich schlecht. So haben sie in den Top 50 der besten Hitter der MLB ganz genau: Keinen Spieler (immerhin haben sie den 14. besten Pitcher). Dennoch war es mir eine große Freude, als ich die Gelegenheit bekam eine übriggebliebene Karte für die Mets gegen die Washington Patriots (ehemals Montreal Expos … das finde ich übrigens ziemlich lustig) zu nutzen. Das Spiel war schlecht, die Mets noch schlechter und die Patriots haben – glaube ich – mit 5 zu 2 runs gewonnen.
Das Stadion fand ich hingegen überaus erstaunlich (siehe Fotos). Dadurch, dass das Baseball-Feld die Form eines Diamanten hat, wirkt das Stadion als solches mehr als asymmetrisch, was mir als geneigtem Fußball-Zuschauer merkwürdig vorkam. Ich bin sehr gespannt, wie viel Stimmung während des Fußball-Länderspiels Chile vs. Ecuador (ich habe KEINE AHNUNG, warum die grad in den USA ein Spiel austragen) aufkommen könnte. Eventül gucke ich mir das Spiel sogar an.
Des Weiteren wurde ich bei dem Spiel erstmals Zeuge der amerikanischen Art und Weise des Sportkonsums, und DAS fand ich echt merkwürdig. Es wurde nach fast jedem Pitch Musik gespielt, um mich herum wurde im Sitzen oder Stehen herumgetanzt, bei Wechseln wurden allerlei dämliche Quizzes veranstaltet und es wurde mit T-Shirt-Kanonen (für die Simpsons-Fans: das Ding mit dem Maud Flanders getötet wurde) ins Publikum geballert. Als die Mets aus Versehen beim Stande von 5-1 alle drei Bases besetzt hatten (weil der Nationals Pitcher unglaubliche 8 Balls in Folge geworfen hatte und ein Mets-Batter einen Pitch ganz gut traf), fiel der Jugendgruppe auf unserer Tribüne nichts besseres ein als ne La-Ola-Welle zu starten … wäre ich so richtig Fan der Mets gewesen (ich habe wirklich n bißchen mitgefiebert), wäre ich wahrscheinlich ziemlich doll ausgerastet …
Der Rest in Kürze: Bier – teuer; Burger – mies; Sonne – doll (Sonnenbrand); noch mal Baseball – auf jeden Fall, aber dann die Yankees!

4) Freundlichkeit: Ich bleibe dabei, mir ist es sehr viel lieber wenn Menschen oberflächlich freundlich zu mir sind, als wenn sie sich mir gegenüber ganz aufrichtig unfreundlich verhalten. Wen immer man fragt (nur nicht gerade in Manhattan, weil da fast nur Touristen wie ich den ganzen Tag lang rumlaufen): man erhält immer sehr freundlich Auskunft. Man muss ja nicht gleich eine tiefe Freundschaft über der Frage nach dem Weg beginnen …

+++ Achtung! ironischer Schluss

5) Anpassung: Gestern auf dem Weg zur Brooklyn Bridge wurde ich gefragt, welches Gebäude denn dies zur Linken sei; da ich mich vorher verlaufen hatte, wusste ich das sogar; ich denke, das heißt, dass ich schon so ein richtiger New Yorker geworden bin und auch als solcher erkannt werde. Das zeigte sich auf dem Rückweg auch wieder, als ich nämlich sehr zielstrebig in den falschen Bus einstieg und in einem heftigen Gewitter die Straßenseite wechseln durfte.


8 Antworten auf „erste Erfahrungen“


  1. 1 Käptn Gundula 28. Juli 2012 um 20:50 Uhr

    Ich glaube du musst einfach viel mehr Bier im diamond trinken, sonst wirds – wie wir ebenfalls aus Funk und Fernsehen (wie zB den Simpsons, in der Folge in der Homer keinen Alkohol trinkt) – eben ziemlich langweilig.
    Wie teuer wäre denn das bier im Mets-Stadion gewesen?

  2. 2 Der Autor 28. Juli 2012 um 23:42 Uhr

    Naja, eins hab ich mir schon gegönnt, $8 für‘n halben Liter Stella Artois, das geht schon klar

  3. 3 Administrator 29. Juli 2012 um 20:27 Uhr

    ach ja, ich wollte auch nicht den eindruck erwecken, dass ich das spiel an sich langweilig fand; die mets sind leider nur sehr scheisse

  4. 4 Annika Mu 03. August 2012 um 19:01 Uhr

    Boah! Ich komm hier mit Lesen gar nicht hinterher! Das ist ja der WAAAAAAHNsinn!

  5. 5 Joern 03. August 2012 um 20:23 Uhr

    willst du mich veraeppeln oder meinste das ernst?

  6. 6 Schwichti 03. August 2012 um 21:13 Uhr

    Danke Annika – ICH WILL MEHR VOM ESCH!!!!

  7. 7 Robert 07. August 2012 um 22:18 Uhr

    Was‘n los hia? Nüscht neues vom Mann aus Niu Jork?

  8. 8 Administrator 08. August 2012 um 5:41 Uhr

    ich muss jeden tag von 9 bis 17 uhr recht hart arbeiten und habe abends in der regel keinen bock zu schreiben und bisher eigentlich auch immer was zu tun … also geduld meine schlümpfe, am wochenende schreib ich hier was

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